Projekt PPGS

Prävention des Pathologischen Glücksspielens in Sachsen-Anhalt (PPGS)

Am 01.01.2008 ist der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) in Kraft getreten, mit dem auf das Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28.03.06 zur Verfassungsmäßigkeit des deutschen Sportwetten-Monopols reagiert wurde. Nach dem Urteil ist ein staatliches Monopol für Sportwetten mit dem Grundrecht der Berufsfreiheit des Art. 12 Abs. 1 GG nur vereinbar, wenn es konsequent am Ziel der Bekämpfung von Suchtgefahren ausgerichtet ist. (vgl. Urteil v. 28.03.06 - Az.: 1 BvR 1054/01). Der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) hat eine Laufzeit von vier Jahren bis zum 31.12.2011.

Gemäß der Bekanntmachung über das Inkrafttreten des Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrages vom 13. Juli 2012 ist der am 15. Dezember 2011 unterzeichnete und im Gesetz- und Verordnungsblatt bekannt gemachte Erste Staatsvertrag zur Änderung des Staatsvertrages zum Glücksspielwesen in Deutschland - Erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag - Erster GlüÄndStV - (GVBl 2012 S. 318, BayRS 2187-4-I) nach Art. 2 Abs. 1 am 1. Juli 2012 in Kraft getreten, dieser Verfolgt folgende Ziele:


1. das Entstehen von Glücksspielsucht und Wettsucht zu verhindern und die Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung zu schaffen,


2. durch ein begrenztes, eine geeignete Alternative zum nicht erlaubten Glücksspiel darstellendes Glücksspielangebot den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen zu lenken sowie der Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen in Schwarzmärkten entgegenzuwirken,


3. den Jugend- und den Spielerschutz zu gewährleisten,


4. sicherzustellen, dass Glücksspiele ordnungsgemäß durchgeführt, die Spieler vor betrügerischen Machenschaften geschützt, die mit Glücksspielen verbundene Folge- und Begleitkriminalität abgewehrt werden und


5.Gefahren für die Integrität des sportlichen Wettbewerbs beim Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten vorzubeugen.  (§1 Erster GlüÄndStV)


In Sachsen-Anhalt werden die Bestimmungen des Glückspielstaatsvertrages und  Erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag mit dem Glücksspielgesetz des Landes Sachsen-Anhalt vom 18.12.2007 ausgeführt. Für die Durchführung der Aufgaben und zur Erreichung der Ziele des Glücksspielstaatsvertrages wurde von der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt e.V. im Auftrag des Ministeriums des Innern Sachsen-Anhalt ein Projektkonzept erstellt. In dem Konzept ist vorgesehen, die Angebote zur Prävention von „Glücksspielsucht“ und zur Beratung für Menschen mit problematischem oder pathologischem Glücksspielverhalten aufzubauen - bzw. auszubauen - und sicherzustellen.


Für die Projektumsetzung wurde mit einer Förderung des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt die Koordinationsstelle Glücksspielsucht in Sachsen-Anhalt und in drei Sucht- und Drogenberatungsstellen wurden jeweils eine halbe Personalstelle für die Prävention und Beratung zum Schwerpunkt problematisches und pathologisches Glücksspielverhalten – „Glücksspielsucht" eingerichtet. Seit dem 01.01.2013 werden zwei der drei Beratungsstellen mit einer dreiviertel Personalstelle gefördert.


In Sachsen-Anhalt gibt es durch das Projekt PPGS zwei Beratungsstellen mit einem Schwerpunkt „Glücksspielsucht“.


 

 
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